{"id":1112,"date":"2017-04-28T04:56:40","date_gmt":"2017-04-28T04:56:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wahrnehmungsraeume.at\/?page_id=1112"},"modified":"2017-06-19T20:20:42","modified_gmt":"2017-06-19T20:20:42","slug":"halluzinogene","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.wahrnehmungsraeume.at\/?page_id=1112","title":{"rendered":"Halluzinogene"},"content":{"rendered":"<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Halluzinogene:<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Die Halluzinogene werden unterteilt in <strong>Stimulantien \u2013 Empathogene \u2013 Psychedelika \u2013 und Delirogene.<\/strong><\/p>\n<p>Empathogene und Psychedelika sind die Substanzgruppen des besonderen Interesses, wenn es um medizinischen und psychotherapeutischen Einsatz geht.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Psychedelika sind: <strong>LSD, Psilocybin, MDMA, Ayahuasca, Ketamin.<\/strong><\/p>\n<p>Viele Studien in den letzten 10-15 Jahre best\u00e4tigten das immense ihnen <strong>innewohnende medizinische Potential.<\/strong><\/p>\n<p>Albert Hofmann stellt fest, dass es sich um <strong>\u201esakrale Substanzen\u201c<\/strong> handelt, die in ihrer chemischen Struktur nichts mit Drogen an sich zu tun haben. Sie zeigen im wesentlichen kein Toxizit\u00e4tsrisiko und haben kein Suchtpotential.<\/p>\n<p>Sie sind keine Spass- und Partydrogen, sondern f\u00fchren zu einem <strong>tiefreichenden Wandlungserlebnis und der M\u00f6glichkeit psychodynamisches Material <\/strong>durchzuarbeiten.<\/p>\n<p>Mit der Entdeckung des LSDs im Jahr <strong>1943<\/strong> zieht die Psychedelikaforschung massiv an. Die Gehirnforschung und die Forschung der Neurotransmitter gewinnt deutlich an Bedeutung.<\/p>\n<p>Die neuen Untersuchungsmethoden mit f<strong>MRT, fMEG und ASL<\/strong> geben Einblicke in Gehirnfunktion, Bewusstsein und lassen neue Wege in der Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen, wie M. Alzheimer erahnen.<\/p>\n<p>Die therapeutischen Behandlungsmethoden werden als <strong>Psycholyse, psycholytische Therapie oder psychedelische Therapie <\/strong>bezeichnet. Sie stellen eine wirkungsvolle Methode dar, bei der einige wenige Sitzungen mit Psychedelika-Unterst\u00fctzung durchgef\u00fchrt werden. Dazwischen werden konventionelle Psychotherapie-Sitzungen durchgef\u00fchrt, um das Erfahrene zu integrieren. Die Beeinflussung der Bewu\u00dftseinslage wird therapeutisch genutzt, um starke und verfestigte Abwehrmechanismen bei \u201etherapieresistenten\u201c Trauma-Patienten zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Eine einmalige Einnahme von Psychedelika kann ein <strong>mystisches Einheitserleben<\/strong> ausl\u00f6sen, das insbesondere bei h\u00f6heren Dosierungen der Psychedelika geh\u00e4uft auftritt, f\u00fchrt zu einer nachhaltigen Pers\u00f6nlichkeitsver\u00e4nderung \u00fcber Monate und Jahre, die sich in einer erh\u00f6hten Toleranz, angstfrei, mit einer tiefen Entspannung, milder und weniger egozentrisch darstellt.<\/p>\n<p>Griffiths: \u201eMit einer mystischen Erfahrung geht soviel Klarheit, \u00dcberzeugung und Gr\u00f6\u00dfe einher, dass es sich wie eine Gefahr f\u00fcr bestehende, hierarchische und gesellschaftliche Strukturen darstellt. Es endete damit, dass wir diese Substanzen d\u00e4monisierten und sie \u00fcber Jahrzehnte verbannten. K\u00f6nnen Sie sich etwas Gleichwertiges in der Wissenschaft vorstellen, dass als so gef\u00e4hrlich eingestuft und mit so einem Tabu belegt wurde? Es ist beispiellos in der modernen Wissenschaft.\u201c<\/p>\n<p><strong>Die gr\u00f6\u00dfte Studie weltweit mit Psychedelika \u2013 Therapie von PTBS mit MDMA-unterst\u00fctzte Psychotherapie:<\/strong><\/p>\n<p>PTBS ist eine chronische und schwere Krankheit, die sich als Folgekrankheit von Trauma einstellt. Trauma ist eine schwere, schockartig Situation, die so \u00fcberw\u00e4ltigend ist, dass sie im Moment nicht integriert werden kann.<\/p>\n<p>PTBS-Symptome sind Angst- und Panikattacken, Angsttr\u00e4ume, Flashbacks, Vermeidungsverhalten, Isolation, emotionaler Stumpfheit, sowie erh\u00f6hte Wachsamkeit mit Schlafst\u00f6rungen, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Schreckhaftigkeit, sowie psychosomatischen Symptomen.<\/p>\n<p>Die Studie findet weltweit statt. Sie wird von MAPS finanziell unterst\u00fctzt und getragen. MAPS (Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies) ist eine private Organisation, die sich der Psychedelika-Forschung\u00a0 und der entsprechenden Aufkl\u00e4rung verschrieben hat.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wahrnehmungsraeume.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Graphik1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1157\" title=\"Graphik1\" src=\"http:\/\/www.wahrnehmungsraeume.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Graphik1.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wahrnehmungsraeume.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Graphik2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1158\" title=\"Graphik2\" src=\"http:\/\/www.wahrnehmungsraeume.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Graphik2.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mithoefer et alt, 2010<\/p>\n<p><strong>83%<\/strong> (!) der Probanden mit PTSD, die in einer Pilot-Studie MDMA-unterst\u00fctzte Psychotherapie erhielten, erf\u00fcllten nach durchgef\u00fchrter Therapie die PTSD Kriterien nicht mehr. Kriterium war der CAPS-Score.<\/p>\n<p>Im November 2016 ist die Phase III dieser Studie von der FDA (oberste US-amerikanische Arzneimittelzulassungsbeh\u00f6rde, Food and Drug Administration) bewilligt worden. Damit ist f\u00fcr 2021 die Legalisierung von MDMA als Medikament in der Unterst\u00fctzung von Psychotherapie geplant. Die Phase der Studie wir in etwa 21Millionen US-Dollar kosten.<\/p>\n<p><strong>LSD und Psilocybin<\/strong> wird vor allem in Studien eingesetzt, die sich mit Angstst\u00f6rungen bei terminalen Krebserkrankungen, Depression, Suchterkrankungen und Schmerzzust\u00e4nde wie dem Cluster-Kopfschmerz auseinandersetzt.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Ausblick:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Weitere Forschung \u2013 Psychiatrie, Psychotherapie, Indikationen<\/li>\n<li>Kognitionsforschung, Forschung \u00fcber Rezeptoren<\/li>\n<li>Interne Medizin, Schmerzforschung<\/li>\n<li>Freigabe unter kontrollierten Bedingungen u ausgebildeten Medizinern f\u00fcr Therapie und Medizin<\/li>\n<li>Freigabe von MDMA\u00a0 bis 2021<\/li>\n<li>Enttabuisierung<\/li>\n<li>Drogenpolitik und Wissenschaft \u2013 Ziehen an einem Strang<\/li>\n<li>Studien in \u00d6 ?<\/li>\n<li>Cannabis: Verwendung\u00a0 von Cannabis Flos<\/li>\n<li>Entkriminalisierung-Legalisierung<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Dieser Artikel ist KEIN Aufruf zum:<\/strong><br \/>\nDrogenkonsum<br \/>\nAusprobieren<br \/>\nKopieren von Studiendesigns<br \/>\nVerherrlichen von Drogen<br \/>\nLeugnen von Nebenwirkungen<br \/>\nzur Eigentherapie<\/p>\n<p><strong>Autor. Dr. med. univ. Oskar DEMMER, Arzt f\u00fcr Allgemeinmedizin, Psychotherapie<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Halluzinogene: Die Halluzinogene werden unterteilt in Stimulantien \u2013 Empathogene \u2013 Psychedelika \u2013 und Delirogene. Empathogene und Psychedelika sind die Substanzgruppen des besonderen Interesses, wenn es um medizinischen und psychotherapeutischen Einsatz geht. Die wichtigsten Psychedelika sind: LSD, Psilocybin, MDMA, Ayahuasca, Ketamin. Viele Studien in den letzten 10-15 Jahre best\u00e4tigten das immense ihnen innewohnende medizinische Potential. 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